
H und M – Geschichte, Filialen, Skandale und Fakten 2025
H&M, kurz für Hennes & Mauritz, gehört zu den weltweit größten Modeketten mit Sitz in Stockholm. Das schwedische Unternehmen wurde 1947 gegründet und hat sich vom lokalen Damenbekleidungsgeschäft zu einem internationalen Fast-Fashion-Giganten entwickelt. Mit mehreren Tausend Filialen in dutzenden Ländern und einem breiten Online-Angebot prägt H&M die globale Textilbranche maßgeblich.
Das Unternehmen vertreibt Kleidung für Frauen, Männer und Kinder sowie Accessoires über ein umfangreiches Filialnetz und digitale Kanäle. H&M gehört zur H & M Hennes & Mauritz AB, die an der Stockholmer Börse notiert ist und deren Aktien zu einem erheblichen Teil im Besitz der Gründerfamilie Persson sind.
Wie die Modekette grew, welche Kritikpunkte bestehen und wie sich das Unternehmen positioniert, erfahren Sie in diesem Überblick.
Was ist H&M? Der schwedische Textilkonzern im Überblick
Hennes & Mauritz, kurz H&M, ist ein schwedischer Textilkonzern, der weltweit Kleidung über Ladengeschäfte und Onlinehandel vertreibt. Das Unternehmen wurde 1947 als Hennes von Erling Persson in Västerås gegründet, der sich zunächst auf Damenbekleidung spezialisierte.
1968 übernahm Hennes den Jagdbekleidungshändler Mauritz Widforss, was zur Namensänderung und zur Aufnahme von Herrenmode führte. Die Abkürzung H&M hat sich als Markenname weltweit etabliert.
Der deutsche Textil-Einzelhandel erzielte 2024 einen Umsatz von 67,5 Milliarden Euro. H&M zählt hier zu den wichtigsten Fast-Fashion-Anbietern.
Bedeutung des Namens
Der Name Hennes bedeutet auf Schwedisch „Sie” und bezog sich ursprünglich auf die Damenmode, die das Unternehmen verkaufte. Durch die Übernahme von Mauritz Widforss 1968 wurde der Name zu Hennes & Mauritz erweitert, woraus sich die heute geläufige Abkürzung H&M entwickelte.
Unternehmenssitz
Der Hauptsitz von H&M befindet sich in Stockholm. Von dort aus wird das weltweite Filialnetz gesteuert und die Strategie für die verschiedenen Märkte entwickelt. Die Gründerfamilie Persson hält einen erheblichen Anteil am Unternehmen und beeinflusst dessen Ausrichtung maßgeblich.
Wer hat H&M gegründet und was ist die Geschichte?
Erling Persson gründete Hennes 1947 in Västerås. Sein Sohn Stefan Persson ist heute mit rund 45 Prozent der Aktien der größte Anteilseigner des Unternehmens, wie Wikipedia berichtet. Die Persson-Familie übt dadurch erheblichen Einfluss auf die Unternehmensführung aus.
Gründung 1947
Erling Persson eröffnete sein erstes Geschäft 1947 mit dem Namen Hennes, was sich auf die Damenbekleidung konzentrierte. Der Standort befand sich in Västerås, einer Stadt westlich von Stockholm. Das Konzept basierte auf dem Verkauf preisgünstiger Kleidung, der sich als erfolgreich erwies.
Wichtige Meilensteine
Die erste Filiale außerhalb Schwedens eröffnete 1964 in Norwegen. Der Onlinehandel startete 1998 mit der Domain hm.com. 2004 ging H&M an die Stockholmer Börse (WKN 872318, ISIN SE0000106270). Übernahmen wie Fabric Scandinavien AB (2008–2010) fügten Marken wie Monki, Cheap Monday und Weekday hinzu.
Die Übernahme von Mauritz Widforss 1968 markierte einen Wendepunkt, da nun auch Herrenmode ins Sortiment aufgenommen wurde. Zudem bot das Jagdbekleidungsgeschäft Zugang zu neuen Kundengruppen.
Wie groß ist H&M weltweit? Filialen, Umsatz und Finanzdaten
H&M betreibt etwa 4.700 Filialen in verschiedenen Ländern. Deutschland gilt nach Schweden als zweitwichtigster Markt, wie Statista-Daten belegen. Die erste deutsche Filiale öffnete 1980 im Hamburger Hanseviertel und bestand bis 2003.
Filialenanzahl
Das Filialnetz von H&M erstreckt sich über Europa, Nordamerika, Asien und weitere Regionen. In Westeuropa ist das Unternehmen stark vertreten, wobei die Filialzahl kontinuierlich reduziert wird. Der Online-Anteil liegt stabil bei über 30 Prozent, wie aktuelle Zahlen von FashionToday zeigen.
Finanzdaten
Weltweit erzielte H&M 2025 einen währungsbereinigten Umsatz von 228,3 Milliarden SEK (etwa 19,41 Milliarden Euro), ein Plus von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Europa inklusive Deutschland wuchs der Umsatz ebenfalls um 2 Prozent.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| CEO | Daniel Ervér |
| Größter Anteilseigner | Stefan Persson/Familie (~45%) |
| Mitarbeiter | ~100.000 |
| Börse | Stockholm OMX |
| Umsatz 2025 | 228,3 Mrd. SEK |
| Umsatzwachstum (währungsbereinigt) | +2% |
Im ersten Quartal 2025/26 ging der Umsatz wegen Währungseffekte zurück, während der Gewinn kräftig stieg. Das erste Quartal 2026 zeigte einen Rückgang um 10,35 Prozent auf 49,61 Milliarden SEK, bedingt durch ein schwaches Konsumklima, wie Finanzen.net berichtet.
Welche Skandale und Kritik gibt es bei H&M?
H&M wird seit den 2000er Jahren für verschiedene Aspekte kritisiert. Zu den Vorwürfen gehören Datenschutzverstöße, Arbeitsbedingungen in Produktionsländern und Umweltbelastung durch das Fast-Fashion-Geschäftsmodell.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen in H&M-Fabriken, insbesondere in Bangladesch und Äthiopien, standen wiederholt in der Kritik. Die Konzernstruktur ermöglicht es, dass in Produktionsländern keine Steuern gezahlt werden, da die Produktion konzernrechtlich in Schweden angesiedelt ist.
Die Hamburger Datenschutzbehörde verhängte 2020 ein Bußgeld von 35,3 Millionen Euro gegen H&M wegen gravierender Verstöße beim Schutz persönlicher Daten.
Fast-Fashion-Umweltkritik
H&M setzt auf das Fast-Fashion-Modell mit schnellen Kollektionen, was Kritik an der Umweltbelastung provoziert. Die Verschmutzung entlang der textilen Kette und die Überproduktion stehen im Mittelpunkt der Debatte.
Ein Vorfall aus 2018 sorgte für Aufsehen: Unverkaufte Ware im Wert von 3,5 Milliarden Euro wurde teilweise verbrannt, was einen Vergleich mit dem Burberry-Skandal nahelegte. Greenpeace dokumentierte diese Entsorgungspraktiken.
H&M ist seit 2015 Mitglied im Bündnis für nachhaltige Textilien und gehört der Organisation ACT an. Der Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2025 wurde veröffentlicht.
Die Kritik umfasst mehrere Bereiche. Die Überproduktion führt zu erheblichem Abfall. Eine Recherche von Quartz 2022 ergab, dass die Nachhaltigkeits-Scorecards auf der Website irreführend seien, was eine Klage in den USA zur Folge hatte. Trotz der Imagepflege kommen weniger Recycling-Fasern zum Einsatz als behauptet.
Greenpeace fordert eine Produktionsreduktion. H&M verweist auf den Verkauf reduzierter Ware. Analysten sehen einen Abwärtstrend für das Fast-Fashion-Modell generell, wie Forscher der Universität Innsbruck feststellen.
Die wichtigsten Meilensteine von H&M
Die Entwicklung von H&M lässt sich anhand grundlegender Ereignisse nachvollziehen:
- 1947: Erling Persson gründet Hennes in Västerås, Schweden
- 1964: Erste Filiale außerhalb Schwedens in Norwegen eröffnet
- 1968: Übernahme von Mauritz Widforss, Namensänderung zu Hennes & Mauritz
- 1980: Erste deutsche Filiale im Hamburger Hanseviertel
- 1998: Start des Onlinehandels unter hm.com
- 2004: Börsengang an der Stockholmer Börse
- 2008–2010: Übernahme von Fabric Scandinavien AB mit Marken wie Monki und Cheap Monday
- 2018: Vorwurf der Vernichtung unverkaufter Ware im Wert von 3,5 Milliarden Euro
- 2020: Bußgeld von 35,3 Millionen Euro wegen Datenschutzverstößen
- 2025: Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2025 veröffentlicht
Was ist gesichert und was bleibt unsicher?
Bestimmte Fakten zu H&M sind durch Quellen belegt, während andere Aspekte Unklarheiten aufweisen.
| Gesicherte Informationen | Unsichere Bereiche |
|---|---|
| Gründung 1947 durch Erling Persson | Langfristige Überlebensfähigkeit des Fast-Fashion-Modells |
| Familie Persson hält ~45% der Aktien | Genauer Umfang der Nachhaltigkeitsfortschritte |
| Filialnetz wird reduziert, Online wächst | Zukünftige Umsatzentwicklung bei anhaltendem Konsumrückgang |
| 2025: Währungsbereinigtes Umsatzplus von 2% | Wirksamkeit der eingeleiteten Strategiewechsel |
| Datenschutzbußgeld 2020: 35,3 Mio. Euro | Exakte Auswirkungen des Onlinewachstums auf die Profitabilität |
| CEO Daniel Ervér betont Fortschritte | Dauerhafte Wirkung der Nachhaltigkeitsinitiativen |
Warum ist H&M bedeutsam?
H&M zählt zu den einflussreichsten Modeketten weltweit. Das Unternehmen hat das Fast-Fashion-Konzept maßgeblich geprägt und damit die Erwartungen der Verbraucher an günstige, aktuelle Kleidung verändert. Mit einem Umsatz von mehreren Hundert Milliarden schwedischen Kronen und Zehntausenden Mitarbeitern ist H&M ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.
Die Kritik an H&M steht beispielhaft für die Probleme der gesamten Branche. Die Diskussion um Arbeitsbedingungen, Umweltbelastung und Nachhaltigkeitsversprechen betrifft nicht nur H&M, sondern den Fast-Fashion-Sektor generell. Die Reaktionen des Unternehmens auf diese Vorwürfe zeigen, wie schwer es fällt, ein etabliertes Geschäftsmodell grundlegend zu verändern.
Der deutsche Markt spielt für H&M eine besondere Rolle. Mit einer starken Filialpräsenz und erheblichen Umsätzen zählt Deutschland zu den wichtigsten Regionen außerhalb Schwedens. Die Anpassung des Filialnetzes und der Fokus auf den Online-Handel spiegeln den Wandel im Einzelhandel wider.
Was sagen Experten und woher stammen die Informationen?
„Greenpeace fordert eine radikale Reduktion der Produktion von Kleidung. Das Fast-Fashion-Modell, wie H&M es betreibt, steht zunehmend in der Kritik.”
— Greenpeace Deutschland
„Der Fast Fashion Sektor steht vor enormen Herausforderungen. H&M muss sich neu erfinden, um im Wettbewerb zu bestehen.”
— Universität Innsbruck, Institut für Politikwissenschaft
Die Informationen in diesem Überblick stammen aus Wikipedia, FashionToday, Finanzen.net, Statista und weiteren Quellen. Der Geschäftsbericht 2025 von H&M liefert aktuelle Unternehmensdaten, während Greenpeace und akademische Untersuchungen die kritische Perspektive abbilden.
Fazit
H&M gehört zu den größten Modeketten weltweit und hat die Textilbranche mit dem Fast-Fashion-Modell nachhaltig verändert. Gegründet 1947 in Schweden, expandierte das Unternehmen unter der Führung der Persson-Familie international. Heute betreibt H&M tausende Filialen und einen bedeutenden Online-Shop.
Die Finanzergebnisse zeigen ein gemischtes Bild: Während währungsbereinigt ein leichtes Umsatzwachstum erzielt wurde, belasten Währungseffekte und ein schwaches Konsumklima die Ergebnisse. Der Ausbau des Online-Geschäfts bleibt ein strategischer Schwerpunkt, während das Filialnetz rationalisiert wird.
Gleichzeitig steht H&M vor erheblichen Herausforderungen. Die Kritik an Arbeitsbedingungen, Umweltbelastung und dem Geschäftsmodell insgesamt ist substanziell. Initiativen wie die Mitgliedschaft im Bündnis für nachhaltige Textilien und die Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsberichten adressieren diese Vorwürfe, doch die Umsetzung bleibt umstritten.
Die Frage, ob H&M seine Versprechen einhalten und das Geschäftsmodell nachhaltig transformieren kann, wird die kommenden Jahre entscheidend beeinflussen. Die Persson-Familie als Haupteigentümer und CEO Daniel Ervér müssen zeigen, dass das Unternehmen auf die Veränderungen im Markt reagieren kann.
Wo befindet sich der Hauptsitz von H&M?
Der Hauptsitz von H&M befindet sich in Stockholm, Schweden.
Wie viele Filialen hat H&M weltweit?
H&M betreibt etwa 4.700 Filialen in verschiedenen Ländern weltweit.
Wer hat H&M gegründet?
Erling Persson gründete Hennes 1947 in Västerås. Sein Sohn Stefan Persson hält heute rund 45 Prozent der Aktien.
Wie hat sich der Umsatz von H&M entwickelt?
2025 erzielte H&M einen währungsbereinigten Umsatz von 228,3 Milliarden SEK (etwa 19,41 Milliarden Euro), ein Plus von 2 Prozent.
Gibt es Kritik an den Arbeitsbedingungen bei H&M?
Ja, die Arbeitsbedingungen in Produktionsländern wie Bangladesch und Äthiopien wurden wiederholt kritisiert. Zudem gibt es Vorwürfe regarding Steuerpraktiken.
Was sind die wichtigsten Vorwürfe gegen H&M?
Zu den Kritikpunkten gehören ein Datenschutz-Bußgeld von 35,3 Millionen Euro (2020), Umweltbelastung durch Überproduktion und irreführende Nachhaltigkeitsangaben.
Wie positioniert sich H&M beim Thema Nachhaltigkeit?
H&M ist seit 2015 Mitglied im Bündnis für nachhaltige Textilien und ACT. Der Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2025 dokumentiert die Bemühungen, bleibt aber umstritten.
Wie entwickelt sich die H&M-Aktie?
Nach dem Börsengang 2004 litt die Aktie 2026 unter enttäuschenden Quartalszahlen und fiel deutlich. CEO Daniel Ervér betont dennoch Fortschritte.