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Unbekannte Telefonnummern: Annehmen, Rückruf oder lieber ignorieren?

George William Bennett Clarke • 2026-08-12 • Gepruft von Mia Schneider

Anrufe von unbekannten oder unterdrückten Rufnummern lösen in uns häufig ein seltsames Unbehagen aus. Laut Umfragen meiden vor allem jüngere Generationen zunehmend das klassische Telefongespräch. Wer dann nicht weiß, wer oder was einem am anderen Ende der Leitung erwartet, hebt meistens erst gar nicht ab. Man starrt aufs Display, bis der unbekannte Anrufer endlich den Höher niederlegt.

Aber wie berechtigt ist unser Unbehagen eigentlich? Natürlich gibt es heutzutage viele bekannte Betrugsmaschen per Telefon, aber oft genug ist es womöglich einfach die eigene Bank, die anruft. Oder ein Dienstleister, bei dem man seit Jahren Kunde ist. Tatsächlich kann es dann umso wichtiger sein, erst zu wissen, wer wirklich anruft, bevor man abhebt oder zurückruft.

Gesprächspartner identifizieren und verifizieren

Zunächst einmal ist es eine individuelle Entscheidung, ob man einen Anruf annimmt oder ignoriert. Für manche Menschen ist es ein echter Horror, am Telefon zu sprechen, selbst wenn sie die Person am anderen Apparat genau identifizieren können. Für andere hingegen sind Telefongespräche das Natürlichste auf der Welt.

Wer bei einer unbekannten oder unterdrückten Rufnummer ans Telefon geht, setzt sich nicht per se einem Risiko aus. Allerdings wird teilweise davon abgeraten, sich mit dem eigenen Namen zu melden oder den Anruf direkt mit dem Wort „Ja“ entgegenzunehmen. Hintergrund ist unter anderem die Sorge, dass die eigene Stimme aufgezeichnet und anschließend für betrügerische Aktivitäten verwendet werden könnte.

Wer hingegen mit einem fragenden „Hallo?“ beginnt, kann im Grunde nicht viel falsch machen. Eine Bank oder ein anderer Dienstleister wird dann auch nicht einfach fragen, wer denn den Hörer abgenommen hat. Stattdessen wird sich der Anrufer zunächst vorstellen und anschließend beispielsweise fragen „Spreche ich mit Max Mustermann?“

Der jeweilige Kundenbetreuer muss bei bestehenden Vertragsverhältnissen sicherstellen, mit der richtigen Person verbunden zu sein. Allerdings sollte man skeptisch sein, wenn man von Dienstleistern angerufen wird, von denen man dies eigentlich nicht gewohnt ist. Ist man zum Beispiel in einem Online-Casino registriert, findet normalerweise kein Telefonkontakt statt.

Wer bei Casino Groups einen Anbieter auswählt, gibt zwar bei der Registrierung eine Telefonnummer an, diese dient aber eher für Logins und Verifizierungen. Die Casino Groups oder der einzelne Betreiber haben in der Regel auch gar keinen Grund, ihre Kunden telefonisch zu kontaktieren.

Wird man also von einem vermeintlichen Casino-Mitarbeiter angerufen, sollte man die Ohren spitzen und vor allem nicht jede Frage sofort beantworten.

Rufnummern-Recherche im Internet

Wer besonders vorsichtig im Umgang mit unbekannten Nummern sein möchte, der geht zumindest beim ersten Anruf gar nicht erst ans Telefon. Wenn die Angelegenheit wirklich dringlich ist, wird der Anrufer es ohnehin erneut versuchen. Daher bietet es sich an, nach der Nummer zunächst einmal online zu suchen.

Es genügt schon, die Nummer in eine Suchmaschine wie Google einzugeben. Bei den meisten seriösen Telefonnummern bzw. bei privaten Telefonnummern bekommt man schlicht keine Suchergebnisse. Bei typischen Spam-Anrufern hingegen werden einem Websites angezeigt, auf denen man mehr Informationen zur Rufnummer einholen kann.

Diese Informationen stammen von anderen Menschen, die ebenfalls von der Nummer kontaktiert wurden und diese dann entsprechend auf dem einschlägigen Portal bewertet haben. Man kann dort für andere dann beschreiben, ob es ein Werbeanruf war, oder ob am anderen Ende der Leitung nur Stillschweigen herrschte.

Nach solchen Informationen kann man dann die Rufnummer auf dem eigenen Handy einfach blockieren, um weitere Anrufe zu verhindern.

Im Zweifel Rückruf

Hat man einen Anruf aber bereits angenommen und dann Zweifel an der Identität des Anrufers oder der Berechtigung des Anrufs oder der erbetenen Informationen, sollte man sich nicht gedrängt fühlen, das Gespräch fortzusetzen. Am einfachsten ist es zu sagen, dass man selbst später zurückruft.

In dem Fall sollte man aber nicht einfach die eingegangene Nummer zurückrufen. Bekommt man zum Beispiel einen Anruf, bei dem sich der Anrufer als Mitarbeiter der eigenen Hausbank vorstellt, sollte man die Nummer unbedingt prüfen. Am besten geht man also direkt auf die Website der Bank und nimmt die dortige Nummer für den Rückruf.

Natürlich können einzelne Bankberater leicht abgewandelte Rufnummern haben, aber der Rückruf über die zentrale Telefonnummer bleibt der sicherste Weg. Von dort kann man dann gezielt zum richtigen Ansprechpartner weitergeleitet werden.

Auch bekannte Rufnummern sind keine Garantie

Noch komplizierter wird die Situation aber auch dadurch, dass wir uns nicht einmal vollständig auf die angezeigte Telefonnummer verlassen können. Beim sogenannten Caller-ID-Spoofing kann die Rufnummer, die auf unserem Display erscheint, manipuliert werden.

Der Anruf scheint dann beispielsweise von einer Bank, einer Behörde oder sogar einer bekannten Person zu kommen, obwohl sich der tatsächliche Anrufer ganz woanders befindet. Technisch betrachtet werden bei einem Telefonanruf verschiedene Informationen zur Identifikation des Anrufers übertragen.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann dabei eine andere Rufnummer als die tatsächlich verwendete Nummer übermittelt werden. Und genau diese Möglichkeit machen sich einige Betrüger dann zunutze. Das macht die Masche leider dann auch besonders überzeugend.

Wer einen angeblichen Anruf seiner Bank bekommt und gleichzeitig die bekannte Rufnummer auf dem Display sieht, hat zunächst wenig Grund, an der Identität des Anrufers zu zweifeln. Die sichtbare Nummer alleine ist aber kein Beweis dafür, dass der Anruf tatsächlich von dort stammt.

Auch deshalb ist der eigene Rückruf so wichtig. Wird das verdächtige Gespräch beendet und die offizielle Nummer der Bank anschließend selbst gewählt, stellt man eine neue Verbindung her. Der ursprüngliche Anrufer kann diese nicht einfach übernehmen.

Was steckt hinter unterdrückten Rufnummern?

Noch weniger Informationen als bei einer unbekannten Rufnummer haben wir, wenn auf dem Display lediglich „Privat“, „Anonym“ oder „Unbekannt“ erscheint. Das bedeutet zunächst nur, dass die Rufnummer des Anrufers nicht an unser Smartphone übermittelt wird. Ein Hinweis auf einen unseriösen Anruf ist das alleine noch nicht.

Auch seriöse Anrufer können ihre Nummer unterdrücken. Das kommt beispielsweise bei Ärzten, Behörden oder Mitarbeitern größerer Unternehmen vor. Teilweise soll damit verhindert werden, dass eine interne oder persönliche Durchwahl anschließend direkt zurückgerufen wird.

Für den Angerufenen entsteht dadurch allerdings ein Problem. Eine unterdrückte Nummer lässt sich weder vor dem Gespräch im Internet recherchieren noch nach einem verpassten Anruf zurückrufen. Wer anonyme Anrufe grundsätzlich ignoriert, kann daher durchaus auch einen wichtigen Anruf verpassen.

Umgekehrt gibt es keinen Grund, einem Anrufer allein deshalb zu vertrauen, weil er eine plausible Erklärung für die unterdrückte Nummer liefert. Meldet sich beispielsweise die vermeintliche Bank anonym und möchte anschließend persönliche Daten abfragen, gilt die gleiche Regel wie bei jeder anderen unbekannten Nummer.

Das Gespräch kann beendet und die Bank anschließend über ihre offizielle Telefonnummer selbst kontaktiert werden.

George William Bennett Clarke

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George William Bennett Clarke

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